Multiples Myelom

Fragen und Antworten zu sozialrechtlichen Themen

Wen kann ich am Wochenende oder an Feiertagen anrufen, wenn ich dringende Informationen oder Hilfe benötige? Gibt es eine "Notfall-Telefonnummer", unter der mir auch bei Problemen nach Stammzelltransplantation oder mit den Medikamenten geholfen wird?

Das wird von Klinik zu Klinik unterschiedlich gehandhabt. Vielfach ist in Ihren ärztlichen Unterlagen eine Telefonnummer oder ein Verweis auf die zuständige Notfall-Ambulanz angegeben, an die Sie sich bei medizinischen Fragen, vor allem bei Notfällen, an Wochenenden und Feiertagen wenden können.

Informationen und Hilfe erhalten Sie zudem über den Krebsinformationsdienst in Heidelberg, der täglich von 8-20 Uhr unter 0800 420 30 40 erreichbar ist. (RF)

In welchen Fällen werden Fahrkosten von der Krankenkasse übernommen?

Die Fahrtkosten zur ambulanten Strahlen- bzw. Chemotherapie werden von der Krankenkasse übernommen. Der Versicherte hat einen Eigenanteil von 10% der Fahrtkosten pro Fahrt zu bezahlen, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro. Liegt eine Zuzahlungsbefreiung vor, ist der Eigenanteil zu den Fahrtkosten nicht zu entrichten.

Praxis-Tipp: Um bei den Fahrtkosten nicht in Vorleistung treten zu müssen, lassen Sie sich von der Krankenkasse das sogenannte „Muster 4“ ausstellen. Wenn dieses vorliegt, kann das Transportunternehmen die Fahrtkosten, die den Zuzahlungsbetrag übersteigen, direkt mit der Krankenkasse abrechnen. (RF)

Wie bekomme ich eine Zuzahlungsbefreiung von der Kasse?

Wer mehr als 2 % (bei chronisch Kranken: mehr als 1%) des jährlichen Brutto-Familieneinkommens für Zuzahlungen ausgeben muss, kann sich bei seiner Krankenkasse von der Zuzahlung befreien lassen.
Das Brutto-Familieneinkommen errechnet sich aus dem Bruttoeinkommen des Versicherten und aller Angehörigen des Versicherten, die mit ihm im gemeinsamen Haushalt leben.

Den Antrag stellen Sie bei der zuständigen Krankenkasse, Formulare befinden sich zum Download auf der Homepage der Krankenkasse. Dem Antrag fügen Sie bitte Quittungen über bereits geleistete Zuzahlungen und Nachweise über alle Einkommen bei.

Chronisch Kranke müssen zusätzlich eine Bescheinigung ihres Arztes beilegen, dass eine schwerwiegende chronische Erkrankung vorliegt. Das hierfür notwendige Formular händigt Ihnen Ihr Arzt aus. (RF)

Wie und wo beantrage ich eine Schwerbehinderung?

Ein Schwerbehindertenausweis wird in der Regel beim zuständigen Versorgungsamt (meist im Landratsamt) beantragt. Auch bei Gemeindeverwaltungen, Beratungsstellen oder den Sozialdiensten in den Kliniken können Sie entsprechende Antragsformulare und Hilfe beim Ausfüllen der Anträge erhalten. (RF)

Wie erhalte ich Krankengeld?

Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, leiten Sie die gelbe Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an Ihre Krankenkasse weiter. Sobald die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber endet, erhalten Sie von der Krankenkasse so lange Krankengeld, wie Ihr Arzt Ihnen Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Bitte denken Sie daran, sich rechtzeitig vor Ablauf der Krankmeldung eine Folgebescheinigung ausstellen zu lassen und an die Krankenkasse weiterzuleiten.

Privatversicherte wenden sich an ihre Krankenkasse bzw. Beihilfe. (RF)

Wo kann ich Erwerbsminderungs- bzw. Altersrente beantragen?

Hierfür wenden Sie sich bitte an Beratungsstellen Ihres Rentenversicherungsträgers oder die Gemeindeverwaltungen. Dort erhalten Sie Antragsformulare, Beratung und Unterstützung beim Ausfüllen der Anträge.
Adressen der Rentenberatungsstellen finden Sie hier: www.deutsche-rentenversicherung.de

Beamte wenden sich an ihren Dienstherrn, Selbständige an ihren zuständigen Versicherer. (RF)

Wer hilft alleinstehenden Patienten in der Klinik beim Übergang von der Klinik nach Hause (während der Chemotherapie)?

In diesem Fall wenden Sie sich bitte an den Kliniksozialdienst, das Pflegepersonal oder die Ärzte, die dann das weitere Entlassungsmanagement in die Wege leiten bzw. die Pflegeüberleitung veranlassen. (RF)

Wie oft hat man nach einer Behandlung (Bestrahlung, Stammzelltransplantation, Chemotherapie) Anrecht auf eine Anschlussheilbehandlung oder eine Rehamaßnahme?

Nach beendeter Primärbehandlung hat ein gesetzlich Rentenversicherter Anspruch auf eine Rehabilitationsmaßnahme, entweder in Form einer Anschlussheilbehandlung (AHB), die innerhalb von zwei Wochen nach Ende der Akut-Behandlung beginnt oder auf eine Rehabilitationsmaßnahme innerhalb des ersten Jahres nach beendeter Primärbehandlung.

Eine weitere Rehabilitationsmaßnahme kann bei medizinischer Notwendigkeit innerhalb des zweiten Jahres nach beendeter Primärbehandlung bzw. ein Jahr nach der letzten Rehabilitationsmaßnahme stattfinden. Bei akuter medizinischer Notwendigkeit sind auch weitere Rehabilitationsmaßnahmen möglich. Nehmen Sie hierfür bitte Kontakt mit dem Kliniksozialdienst bzw. mit Ärzten oder Beratungsstellen auf.

Kostenträger der Maßnahmen ist in der Regel die Deutsche Rentenversicherung (auch bei Rentnern).
Beamte und Privatversicherte wenden sich an ihre Krankenkasse bzw. Beihilfe.
Antragsformulare erhält man bei der Deutschen Rentenversicherung (www.deutsche-rentenversicherng.de) bzw. beim behandelnden Arzt, Krankenkassen und Beratungsstellen. (RF)

Wie finde ich eine gute Reha-Klinik, die Erfahrung mit dem Multiplen Myelom hat?

Bei der Auswahl einer spezialisierten Klinik, in der man Ihnen mit Erfahrung und Kompetenz zur Seite steht, finden Sie vielerlei Unterstützungsmöglichkeiten. Sie können beispielsweise die Webseiten der Kostenträger aufrufen und dort nach Kliniken für Ihr spezielles Krankheitsbild suchen (www.deutsche-rentenversicherung.de)

Auch Ihr Arzt, die Mitarbeiter des Kliniksozialdienstes und der Krebsberatungsstellen sowie der Selbsthilfegruppen können Ihnen hierbei Informationen und Hilfestellungen geben. (RF)

Wo bekomme ich als Langzeitüberlebender Hilfe? Ich fühle mich oft mit den Spätfolgen der Therapie alleine gelassen!

Rat und Hilfe erhalten Sie in den psychosozialen Krebsberatungsstellen, beim Krebsinformationsdienst und in Selbsthilfegruppen.
Dort erhalten Sie Unterstützung von Fachleuten bzw. von Menschen, welche sich in einer ähnlichen Situation befinden wie Sie.
Weitere Informationen und Kontaktadressen vermitteln auch folgende Stellen:

www.myelom-deutschland.de
www.leukaemiehilfe-rhein-main.de
www.krebsgesellschaft.de
www.krebsgesellschaft.de/landeskrebsgesellschaften

(RF)

Ich bin alleinstehend. Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich mich nicht mehr alleine versorgen kann? Wenn ich zum Pflegefall werde?

Rat und Hilfe erhalten Sie bei den Pflegestützpunkten der Landkreise (bitte beim zuständigen Landratsamt erfragen) und bei den Krebsberatungsstellen.
Viele größere Städte verfügen über ein Seniorenbüro, das Sie unterstützen kann, wenn Sie Hilfe bei der Versorgung benötigen.
Auch die örtlichen Sozialämter helfen in dieser Situation weiter und werden Ihnen Beratung durch einen Bezirkssozialarbeiter vermitteln.

Hilfe und Unterstützung erhalten Sie auch von den zahlreichen Nachbarschaftshilfen, die unkompliziert und günstig helfen können. (RF)

Wie finde ich andere Patienten, mit denen ich mich über ihre Erfahrungen mit bestimmten Behandlungen austauschen kann?

Meist befindet sich unter dem Dach der Landratsämter eine Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen. Dort kann man Ihnen weiterhelfen bei der Suche nach Menschen bzw. Gruppen, in denen Sie sich mit Gleichgesinnten austauschen können. Patientenvereinigungen bzw. Selbsthilfegruppen für Menschen mit Multiplem Myelom sind z. B. der Bundesverband Myelom Deutschland (www.myelom-deutschland.de) oder die Leukämiehilfe Rhein-Main (www.leukaemiehilfe-rhein-main.de). Hier kann man Ihnen bei der Suche nach Austausch- und Gesprächspartnern weiterhelfen. (RF)

Wo finden Angehörige Gehör und Betreuung?

Die Krebsdiagnose ist nicht nur für den direkt Betroffenen, sondern auch für seine Angehörigen ein Schock, der das bisherige Leben völlig verändert. Viele Dinge sind ungeklärt, die weitere Lebensplanung oft völlig offen.
Angehörige sind mit der neuen Situation, ihren Ängsten und Fragen oft überfordert. Sicherlich ist in dieser Situation ein unterstützender Freundeskreis sehr wichtig, jedoch kann es auch sinnvoll sein, professionelle Hilfe zu suchen. Hilfe erhalten Angehörige bei Sozialarbeitern, Psychologen und Seelsorgern der Krebsberatungsstellen, Gesundheitsämter und Krankenhäuser. Ziel der Beratung und Hilfe ist es, die Angehörigen zu entlasten und Lösungen zu finden. In der Regel sind die Angebote der Beratungsstellen kostenfrei.

Austausch mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befindet, ist in den erwähnten Selbsthilfegruppen möglich. (RF)

Hilfreiche Adressen für weitere Informationen:

• Beratungsstellen der Landeskrebsgesellschaften, www.onkoscout.de/adressen/beratungsstellen
• Krebsinformationsdienst (KID), www.krebsinformationsdienst.de
• Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS), www.nakos.de
• Infonetz für Patienten und Angehörige (INKA), www.inkanet.de